Hinter den Kulissen

Mein 40. Geburtstag und was Dr. Covey damit zu tun hat

April 11, 2017

Meine Frau ist einfach der Hammer. Zuerst lockt Sie mich auf eine falsche Fährte, um mich letztendlich doch zu meiner insgeheim gewünschten Überraschungsparty zum 40. Geburtstag zu bringen. Was dann folgt… Doch lassen Sie mich zuerst kurz in die Vergangenheit reisen.

Ich muss so um die 24 Jahre alt gewesen sein, als mein damaliger Pastor mir das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Dr. Stephen Covey empfahl.

Und dieses Buch hat es in sich. Es hat mich zum Nachdenken gebracht und mir einen klaren Fokus für mein Leben geschenkt. Und wahrscheinlich nicht nur mir, denn mittlerweile wurden über 25 Millionen Exemplare weltweit verkauft.

Was mein Inneres so tief erschüttert und meinem Leben eine klare Richtung gegeben hat, fragen Sie?

Lassen wir dazu den leider viel zu früh verstorbenen Autor, Dr. Covey, selbst zu Wort kommen:

„Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie nun, wie Sie sich zur Beerdigung eines geliebten Menschen begeben.

Sie fahren mit dem Auto zur Friedhofskapelle, parken und steigen aus. Sie betreten das Gebäude und bemerken die Blumen und die sanfte Orgelmusik.

Sie sehen die Gesichter von Freunden und Angehörigen. Sie spüren die gemeinsame Trauer über den Verlust. Aber die Herzen der Anwesenden strahlen auch Freude darüber aus, dass sie diesen Menschen gekannt haben.

Als Sie nach vorne gehen und in den offenen Sarg blicken, sehen Sie plötzlich sich selbst daliegen.

Dies hier ist Ihre Beerdigung, die in drei Jahren stattfinden wird.

All diese Menschen sind gekommen, um Ihnen die letzte Ehre zu erweisen, Ihnen Liebe und Anerkennung für Ihr Leben auszusprechen.

Sie suchen sich ein Platz und warten auf den Beginn der Feier. Ein Programm sagt Ihnen, dass es vier Redner geben wird.

Der erste ist jemand aus Ihrer Familie, der engen und auch der weiteren-Kinder, Brüder, Schwestern, Nichten, Neffen, Tanten, Onkel, Cousinen, Vettern und Großeltern, die aus dem ganzen Land angereist sind, um dabei zu sein.

Der zweite Sprecher ist einer Ihrer Freunde, jemand, der einen Eindruck davon vermitteln kann, wie Sie als Person waren.

Der dritte Sprecher stammt aus Ihrer Berufswelt.

Und der vierte kommt aus einer Organisation, zum Beispiel den Verein, bei dem Sie sich engagiert haben.

Nun denken Sie gründlich nach.

Was würden Sie von jedem der Redner gerne über sich und Ihr Leben hören? Welche Art von Ehepartner, Vater oder Mutter sollen die Worte beschreiben? Welche Art von Sohn, Tochter, Vetter oder Cousin? Welche Art von Freund? Welche Art von Kollege? Welchen Charakter sollen die Reden beschreiben? An welche Beiträge und Leistungen sollen sie erinnern?

Schauen Sie sich die Anwesenden sorgfältig an. Was hätten Sie gerne zu deren Leben beigetragen?

Nehmen Sie sich nun, bevor sie weiterlesen, ein paar Minuten Zeit, um Ihre Eindrücke zu notieren.“


Heftig, oder? Schnaufen Sie mal kurz durch.

Nachdem ich diesen Auszug noch einmal gelesen habe, kann ich Covey nur darin bestätigen, dass durch diese Visualisierungsübung die eigenen tiefen, fundamentalen Werte berührt werden. Man nimmt Kontakt zum eigenen inneren Führungssystem auf.

Ich tat das damals auch und tue es immer noch regelmäßig in der Selbstreflektion. Es tat auch nicht weh. Naja, vielleicht ein bisschen.

Als ich meiner Frau vorschlug, sie solle diese Übung auch einmal ausprobieren, wurde ihr ganz mulmig zumute. Sie hat es in sich, aber die Erkenntnisse daraus sind viel zu wichtig, um dem Verdrängungsgefühl und der Angst die Oberhand zu lassen.

Ina, meine Frau, tat es dann doch.

Und Sie, sind Sie auch bereit dazu? Warten Sie aber bitte noch kurz damit und lesen Sie weiter.

Denn jetzt endlich komme ich zu meinem Wow-Erlebnis! Ich habe meine Grabrede geschrieben. All das, was man über mich und meinem Leben sagen sollte. Aber auch all das, was ich Wichtiges zum Leben meiner Weggefährten beitragen möchte.

Ich öffne Ihnen jetzt meine private Schatztruhe und lasse meine Freunde für mich sprechen. Ina kam nämlich auf die sensationell gute Idee, Kärtchen auf meiner Party zu verteilen. Darauf sollte jeder eine persönliche Botschaft an mich, eine kurze Anekdote mit mir oder eine meiner Charaktereigenschaften schreiben.

Hier sehen Sie die Ergebnisse in Bild und Schrift:

Die Worte aus meiner Trauerrede sind schon jetzt zur Realität geworden. Wie gut, dass ich nicht bis zu meinem Tod warten muss, um sie zu hören. Ich durfte das alles persönlich miterleben. Putzmunter und lebendig.

Mein Schwiegervater hielt dann noch eine Laudatio… welch ein wundervoller Tag.

Meine Bemühungen, Menschen zu lieben und zu respektieren, stets bereit sein, Fehler zu vergeben, nicht immer auf das eigene Recht zu pochen, ihnen zuzuhören und für sie da zu sein, sie zu motivieren aber auch Klartext zu reden, wurden am 15. Januar 2017 bestätigt.

Ein Tag der tiefen Dankbarkeit und Zufriedenheit. Gott sei Dank habe ich tolle Menschen an meiner Seite, die auch das Gleiche für mich tun.

Denn ich bin nicht perfekt. Ich mache Fehler. Immer wieder. Auch mir wird vergeben. Aber ich muss mich nicht verstellen. Ich bin geliebt und dafür bin ich dankbar.

Ich komme für heute zum Schluss und ende mit einer Bitte. Beantworten Sie auch für sich die Frage:

„Wie möchtest du von den dir wichtigsten Menschen gesehen werden und welchen wertvollen Beitrag leistest du in deren Leben?“

Warten Sie damit nicht bis zu Ihrem Begräbnis. Dann ist es nämlich zu spät. Warten Sie damit auch nicht bis zu Ihrem 75. Lebensjahr, denn Sie wissen nicht, wie viele Jahre Ihnen noch bleiben. Schreiben Sie Ihre eigene Rede.

Weiterführende Links:

http://www.focus.de/kultur/leben/modernes-leben-schreiben-sie-ihre-grabrede_aid_181591.html

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